Zukunft Handwerk

Selbstverwaltung stärken – Mitbestimmung ausbauen

Die Beteiligung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der handwerklichen Selbstverwaltung hat eine lange Tradition. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern haben in Innungen und Handwerkskammern unterschiedliche Aufgaben und Beteiligungsmöglichkeiten. Die Innungen als Fachorganisationen der Handwerksberufe haben in der Vergangenheit unter anderem, die wichtige Funktion als Tarifpartner im Handwerk erfüllt. Die Handwerkskammern als fachübergreifende Organisationseinheit sind in der regionalen Strukturpolitik, in der Gewerbeförderung und der Berufsbildung ein wichtiger Partner und Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. 

Vor dem Hintergrund des massiven Strukturwandels in den Handwerksbranchen muss jedoch eine kritisch konstruktive Bestandsaufnahme erfolgen und damit verbunden eine zukunftsfähige Reform der über 6.000 Handwerksorganisationen diskutiert werden. Fester Bestandteil der Strukturdebatte muss die Beteiligung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Gremien der handwerklichen Selbstverwaltung sein.

Die Arbeitnehmervizepräsidentinnen und Arbeitnehmervizepräsidenten leisten mit dem DHKT Arbeitskreis Zukunft Handwerk ihren Beitrag zu einer Debatte für einen zukunftsfähigen, eigenständigen Wirtschaftsbereich Handwerk. In diesem Papier werden die Anforderungen an künftige Strukturen der einzelnen Organisationsebenen aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgezeigt.

Anforderungen an eine Reform der Innungen

Der Organisationsgrad der Betriebe in den Innungen ist seit Jahren, bis auf wenige Ausnahmen, stark rückläufig. Es ist davon auszugehen, dass in den alten Bundeslängern im Durchschnitt der Innungen lediglich noch 40 – 45 % der Betriebe organisiert sind. In den neuen Bundesländern liegt der Organisationsgrad deutlich niedriger, hier sind nur noch ca. 10 – 15 % der Betriebe in Innungen organisiert. Hierbei ist zu beachten, dass in einigen Gewerken die Organisationsdichte wesentlich höher liegt, in anderen dagegen jedoch deutlich niedriger.

In vielen Fällen können die Innungen nur schwer vermitteln, welche Leistungen sie den (potenziellen) Mitgliedsbetrieben bieten. Immer mehr Innungen und Innungsverbände ziehen sich aus dem Tarifgeschäft zurück oder schließen Dumpingtarifverträge mit Pseudogewerkschaften ab. Ein mittlerweile weit verbreitetes Instrument des Lohndumpings durch Innungen ist die Gründung von sogenannten OT (Ohne Tarifbindung) Verbänden. Diese Praxis hat viele Handwerksbranchen zu Niedriglohnsektoren verkommen lassen. Vor dem Hintergrund des Demographischen Wandels führt eine solche Politik unweigerlich zu einem erheblichen Mangel an interessierten Jugendlichen und damit Fachkräften in den betroffenen Branchen. Hier muss unverzüglich gegengesteuert werden um mit angemessenen und über verbindliche Tarifverträge abgesicherte Arbeitseinkommen Handwerksberufe wieder attraktiv zu gestalten.

In vielen Innungen sind keine Gesellenausschüsse vorhanden. Innungen die mit der Durchführung des Prüfungswesens beauftragt sind dulden Gesellenausschüsse häufig nur als Feigenblatt zur Legitimation der Prüfungsausschüsse. Aktive Gesellenausschüsse, die ihre gesetzlichen Mitwirkungsrechte einfordern, werden dagegen häufig in ihrer Arbeit behindert.

Termine

Freitag

12

Oktober

DHKT - Arbeitstagung der Arbeitnehmervizepräsidenten/innen
12.10.2018 - 14.10.2018
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